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MAILÄNDER SCALA

Erfolgreicher Saison-Auftakt mit Tristan und Isolde

(red.) Mailand, 7. Dezember 2007. Mit dreizehnminütigen Standig Ovations feierte das Publikum der Mailänder Scala die Premiere von Tristan und Isolde zum Auftakt der neuen Saison 2007-2008. Der Abend wurde durch die Präsenz von fünf Regierungschefs zu einem Ereignis von internationaler Bedeutung. Darunter waren der italienische Präsident Giorgio Napolitano und der Bundespräsident Horst Köhler mit seiner Gattin. Die Vorstellung wurde live auf Arte übertragen. Auch unter den Künstlern soll es Euphorie gegeben haben, aber vor allem war man gespannt auf diese überwältigende Oper von Richard Wagner über die Liebe und den Tod.
Es ist 29 Jahre her, dass in Mailand eine Oper von Richard Wagner aufgeführt wurde. Tristan und Isolde gilt als eine Ikone der deutschen und internationalen romantischen Oper. Das Opernpublikum in Mailand feierte insbesondere Waltraud Meier, die die Rolle der Isolde absolut beherrschte und sie mit großer Bravour sang und spielte. Dass Tristan in der Mailänder Scala aufgeführt wird, ist dem Intendanten Stephane Lissner zu verdanken, der sich dafür eingesetzt hatte. Die musikalische Leitung gab er Daniel Barenboim und beauftragte Patrice Chereau mit der Regiearbeit. Daniel Barenboim hat damit offiziell seine Arbeit an der Mailänder Scala aufgenommen. In der neuen Spielzeit wird er an zahlreichen Vorstellungen beteiligt sein, darunter auch mit einem Beethoven-Zyklus am Klavier.
Barenboim wurde vom Mailänder Publikum und vom Orchester gleichermaßen ins Herz geschlossen. Es gelang ihm, die Emotionen des Präludiums intensiv und mitreißend zu übertragen. Waltraud Meier, die eine Isolde mit viel Temperament in ihrer Feindseligkeit mit Tristan spielte, setzte die Emotionalität fort. Isolde erkennt in Tristan den Mörder ihres Verlobten Morold, doch als sie den Verletzten mit dem Schwert töten will, erinnert sie sich an den einen Blickkontakt mit Tristan und lässt das Schwert fallen. Wagner gibt damit die Ausgangslage einer verborgenen und unterbewussten Liebe, die beide hinter ihrer Feindseligkeit fühlen. Eine ideelle Liebe, die keinen Platz im Tag findet, nur in der Nacht und im Tod. Isolde befiehlt ihrer Dienerin Brangäne, beiden Gift in ihr Getränk beizumischen. Tristan vermutet die Absichten Isoldes, aber zögert nicht, aus dem Becher zu trinken. Es stellt sich heraus, dass Brangäne kein Gift, sondern einen Liebestrank verwendete, der nicht tötet, sondern Liebe, Leidenschaft und Eros weckt. Um diesen - psychologisch betrachtet - mehrdeutigen Abschnitt, dreht sich ein Text voller Poesie und Schönheit. Wagner, so Barenboim, habe die beste Möglichkeit gefunden, um diese Mehrdeutigkeit musikalisch darzustellen. Bevor die Spannung gelöst wird, hält sie inne und es entsteht eine neue.
Es war ein erfolgreicher Saison-Auftakt, mit viel Emotionen und freundschaftlichen Gesten. Der angedrohte Streik des Orchesters der Mailänder Scala war damit vergessen und zu guter Letzt ließ Barenboim das gesamte Orchester auf die Bühne steigen, um es unmittelbar am Beifall des Publikums teilhaben zu lassen. Es war eine ungewöhnliche Geste mit einer großen Wirkung, ein außerordentlicher Abend mit großen Emotionen.
(Musikredaktion Opernreiseführer, 8.12.2007)



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