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Puccini-Festival in Torre del Lago Puccini


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Puccini-Festival in Torre del Lago Puccini
 
















Puccini-Festpiele in der Toscana


25.-29. Juli 2008 - Ein Reisebericht

Immer ist die Toscana eine Reise wert, und die Kunstbeflissenen kommen auf ihre Kosten in diesem Land der geschichtsträchtigen Sehenswürdigkeiten, in liebliche Hügel gebettet. Eine unerschöpfliche Quelle aufmunternden Lebensgefühls erfreut den Angereisten, der sich den vielfältigen Genüssen kunsthistorischer und lukullischer Angebote hingibt. Wenn aber außer dem Augenschmaus auch die Musik auf dem Programm steht, sollte kein Zögern den Entschluß zu einer vielversprechenden Fahrt hinausschieben.
Das Angebot des kleinen, aber feinen „Opernreiseführers“ in Mainz versprach zum 150. Geburtstag Giacomo Puccinis nicht nur die Aufführung zweier Werke des Meisters der veristischen Oper, sondern auch den Besuch der Orte, in denen er lebte und seine tragischen Frauengestalten in die Unsterblichkeit komponierte. Und der rührige Reiseführer, Herr Albino S. Cipolla, ließ die gut organisierte Tour zu einem wunderbaren Erlebnis werden.
In einem gut geführten Hotel fand die elfköpfige Gruppe Unterschlupf vor den Toren Luccas, wo dann unter sachkundiger Führung Geburtshaus und Jubiläumsausstellung und ausführlich die prächtige Stadt selbst in Augenschein genommen wurden. Die schönsten Melodien Puccinis spielte das automatische Klavier während des Rundgangs durch den Palast, in dem die Stadt mit sorgfältig präsentierten Exponaten dem Komponisten die Ehre erwies. Nach einem vorzüglichen Abendessen im Hotel wurden die Opernfreunde zur Seebühne am Massaciuccoli-See in Torre del Lago gefahren. Erwähnenswert erscheint dabei auch die aussichtsreiche Fahrt eine kurvenreiche Landstraße entlang, die Sonnenuntergang und Panoramablick auf die Versiliaküste bot und nicht die Ödnis der Autobahn. Bis auf den letzten Platz war das Rund der Bühne besetzt, die Plätze gut gewählt, die sommerlichen Temperaturen hoch, Madama Butterfly konnte ihrem Schicksal entgegenwelken. Ganz augenscheinlich aber hatten die Bühnenbauer das Bühnenbild nicht den Problemen eines offenen Raumes angepaßt, Pianotöne verschwanden fast, jedoch nahmen die der Aufführung ab und zu einen Besuch abstattenden Fledermäuse daran keinen Anstoß. Gegen 2 Uhr morgens erreichten wir unsere Schlafstätte.
Der Sonntag brachte uns am späten Vormittag einen Bummel über die Uferpromenade in Viareggio, wobei sich der eindrucksvolle Jugendstilbau von Puccinis Lieblinscafe allerdings „in restauro“ gab, der italienischen Umschreibung für „geschlossen auf unbestimmte Zeit“. So war es Essig mit dem Espressotrinken in loco Puccini. Einheimische und Touristen bevölkerten den sandigen Strand die lange Küste entlang, Gewölk zog auf, und wir entwichen dem Getümmel nach Torre del Lago. Auf einem Boot glitten wir durch die stillen Wasser des Massaciuccoli-Sees und stellten uns vor, wie der leidenschaftliche Nimrod Puccini den romantischen Kanälen des Sees mit Gewehrsalven die Stille raubte. Als Jäger wußte er sich von den Anstrengungen sowohl der Komponierei als auch seiner mannigfaltigen Liebschaften zu erholen. Unserem Wissensbedürfnis zu seiner Vita wurde in der an der Uferstraße gelegenen „Villa Puccini“ genauer aufgeholfen, in der seine resolute Enkeltochter als guter Geist über den Devotionalien wacht. Daß seine zahlreichen Liebeleien
filmreif aufbereitet werden sollen, stört die pietätsbewußte, auf das Ansehen des Maestro bedachte alte Dame so sehr, daß sie die Besucher zu Unterschriften bittet. In einem zum Mausoleum umgebauten Zimmer des Erdgeschoßes liegt, was sterblich war von ihm.
Nachdem als Opern-Ouvertüre ein wohlbereites Menü in einem Restaurant am See eingenommen worden war, ging es beschwingt die paar Schritte hinüber zur Seebühne. „Tosca“ überzeugte vom ersten Ton an, ein Augen-und Ohrenschmaus verzauberte das Auditorium, die akustischen Mängel vom Abend zuvor waren vergessen. Und wieder wurde die Nacht eine kurze.
Die Uffizien sind montags geschlossen, aber nach soviel Musikintensität ist das augenbetörende Florenz vielleicht doch nicht zu verachten? Die schon sich bestens in Lucca als Stadtführerin eingeführte Frau Petra lotste uns mit Geschick durch die von Menschenmassen verstopften Plätze und Straßen, die den Eindruck machten, als sei Europas jenseits der Alpen beheimatetes Volk vollzählig hier versammelt.
Vor dem Abflug am Dienstag war noch Zeit auf dem Pisaner Campo Santo die gleichen unerbittlichen Menschenmassen zu erleben, aber ein wunderbares Mittagessen in einer abseits gelegenen Osteria, von unserem fürsorglichen Reiseleiter ausgewählt, erlöste uns aufs glücklichste.
Am Abend davor waren diese kurzen 5 Tage, vollgepackt mit Musik und Kunst unter liebenswürdiger Betreuung, als äußerst gelungen besprochen worden. Dem Organisator Cipolla wurde herzlich gedankt und nicht mit Lob gespart für die bestens durchdachte Reise, die er so souverän durchgeführt und begleitet hat, daß ein alter Fuchs mit großer Erfahrung dahinterzustehen schien; es war seine allererste Unternehmung dieser Art: Respekt! Für seine hoffentlich vielen weiteren Reisen wünschen wir ihm die gleiche glückliche Hand und warten auf ein neues Angebot, damit wir wieder buchen können bei „Opernreiseführer“ in Mainz.
Magdalena und Prof.Dr.Eberhard Staude

 

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